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Zukunftswerkstatt Mitteldeutschland

Zweite Chance genutzt: Hauptschul-Zeugnisübergabe für STABIL-Teilnehmende in Weißenfels

Am letzten Schultag vor den Sommerferien nahmen junge Menschen aus Weißenfels, Naumburg und Zeitz ihren Hauptschulabschluss entgegen – ihren ersten Schulabschluss überhaupt.

Für 17 junge Frauen und Männer ging heute ein wichtiges Kapitel zu Ende: Am letzten Schultag vor den Sommerferien überreichte die Zukunftswerkstatt Mitteldeutschland GmbH (ZWM) an ihrem Weißenfelser Standort Am Schützenplatz 25 die Abschlusszeugnisse an die Teilnehmenden des Projekts STABIL. 14 von ihnen haben den Hauptschulabschluss bestanden, drei weitere erhalten eine Bescheinigung über bereits erfolgreich abgelegte Prüfungsteile. Die jungen Menschen stammen aus den Projektstandorten Weißenfels, Naumburg und Zeitz.

Die Feierstunde begann um 11:00 Uhr. Nach der Eröffnung und einem Grußwort von Klaudia Ruppelt, Regionalleiterin der ZWM im Burgenlandkreis, wurden die Zeugnisse gruppenweise im Klassenraum überreicht. Die zuständigen Sozialpädagoginnen würdigten dabei jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer persönlich. Zum Abschluss erhielt jede und jeder neben dem Zeugnis einen Blumenstrauß und eine kleine Aufmerksamkeit. Im Anschluss lud die ZWM zu einer gemeinsamen Feier vor dem Gebäude mit Kaffee, Kuchen und Getränken ein.

Die Übergabe der Zeugnisse übernahm Herr Robert Aßmann, der als Sozialdezernent im Landratsamt unter anderem für das Jobcenter, das Amt für Bildung und das Jugendamt zuständig ist. Das STABIL-Projekt, in dem die Teilnehmenden ihren Hauptschulabschluss nachgeholt haben, ist ein vom Burgenlandkreis initiiertes und aus dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+), Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt und vom Jobcenter Burgenlandkreis finanziertes Jugendsozialprojekt, sodass Herr Aßmann sich heute besonders erfreut zeigte:

„Gelegentlich werden die finanziellen Mittel für solche Projekte auch kritisch hinterfragt. Heute konnten wir jedoch einmal mehr zeigen, wie gut dieses Geld angelegt ist. 14 junge Menschen, die noch ihr ganzes Leben vor sich haben, haben nun eine vielfach höhere Chance, dieses Leben selbstbestimmt und erfolgreich zu leben.“

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Die beste Absolventin schloss mit einer Gesamtnote von 2,2 ab, der beste Absolvent mit 2,4. Ebenso wichtig wie die Noten sind die konkreten Anschlussperspektiven – mehrere Teilnehmende beginnen eine Ausbildung oder eine Einstiegsqualifizierung, andere treten eine Beschäftigung in Logistik, Gastronomie oder im sozialen Bereich an; einige haben ihre Bewerbungsverfahren noch laufen.

Für Klaudia Ruppelt, Regionalleiterin der ZWM im Burgenlandkreis, zählt neben den Zahlen vor allem der Weg dorthin:

„In STABIL kämpfen wir gegen so viele soziale Probleme, die den jungen Menschen den Start ins Leben verbauen: Armut, schwierige Elternhäuser, Suchtprobleme, Schulden, Krankheit, langjährige Perspektivlosigkeit usw. Rückschläge für die Teilnehmenden und das sozialpädagogische Personal gehören zum Projektalltag. Aber heute haben wir alle einmal mehr erlebt, dass sich Anstrengung lohnt.“